Pflegetipps für September
 

Topfgärten (Kübelpflanzen auf Balkon & Terrasse):  

Gießen mit Maß:

Auch wenn der September noch mild und sonnenreich wird, geht die Aktivität der Pflanzen zurück, denn die Nächte sind bereits kühl. Sie verbrauchen weniger Wasser und müssen daher weniger kräftig gegossen werden. Die Gefahr von Staunässe und anschließender Wurzelfäulnis ist in dieser Übergangsphase sehr groß. Wässern Sie deshalb jetzt mit einem guten Maß an Fingerspitzengefühl.

Düngestopp:

Anfang September wird bei allen Pflanzen, die im Freien oder kühl überwintern, die Düngung eingestellt. Statt in neue Triebe zu investieren, kräftigen die Pflanzen das vorhandene Kronengerüst. Man spricht vom „Ausreifen“. Dergleichen gestärkte Triebe überstehen die Winter weitaus besser als dünne und weiche. Bei Pflanzen, die temperiert oder warm überwintern, kann man dagegen noch leicht weiterdüngen, um die Vegetationsperiode voll auszunutzen. Reduzieren Sie den Düngerhythmus jedoch auf 14-tägig oder halbieren Sie die Düngerkonzentration.

Vorsicht vor ersten Kälteeinbrüchen:

Zumeist im letzten September-Drittel verzeichnen wir hier in Ulm alljährlich erste Temperaturstürze – und in vielen Regionen Deutschlands ist es ähnlich. Eine einzige Nacht um die Null-Grad-Marke ist jedoch für wärmeliebende Pflanzen bereits zu viel. Ihre Blätter färben sich schwarz, viele erholen sich nicht mehr. Räumen Sie deshalb alle Kübelpflanzen, die bei einer Temperatur über +5 °C überwintert werden, rechtzeitig ins Haus. Tropische Arten wie Hibiskus und Co. können bereits unter +8 °C Schaden nehmen und werden noch früher in den Schutz des Hauses gestellt. Nach diesem ersten Kälteschock aber können - und sollten! - viele Arten noch einmal hinaus ins Freie. Gönnen Sie ihnen die danach oftmals folgenden, milden Herbstwochen. Die frische Luft hält sie gesund, da sie Schädlinge eindämmt und insgesamt die Abwehrkräfte stärkt. Je länger Ihre Pflanzen draußen bleiben, umso gesünder und robuster bleiben sie.


Wintergärten (Exotische Pflanzen unter Glas):

Falllaub hochnehmen:

Trotz sonniger Spätsommertage stellen sich die Pflanzen langsam auf den kommenden Winter ein. Granatäpfel, Feigen und viele mehr verfärben ihre Blätter, erste fallen zu Boden. Versuchen Sie nicht, diesen natürlichen Prozess durch vermehrtes Gießen oder gar düngen (siehe oben) zu stoppen. Das Abziehen der grünen Zellsäfte aus den Blätter, die sich infolgedessen gelb oder rot färben, da Karotinoide und andere Farbstoffe in den Vordergrund treten, ist wichtig für den Energiehaushalt Ihrer Schützlinge. Allerdings sollten Sie fallendes Laub regelmäßig aufsammeln, bevor es auf der Erde zu rotten beginnt und Pilze oder Bakterien anziehen kann. Laubansammlungen können auch Verstecke für Schädlinge sein. Rechen Sie in Grundbeeten deshalb nicht nur aus optischen, sondern hygienischen Gründen das Falllaub regelmäßig ab. Aus Pflanzgefäßen wird es von Hand abgesammelt.

Einmal Scheibenwäsche bitte:

Nach diesem regenarmen Sommer hat sich auf den Scheiben von Wintergärten und Gewächshäusern reichlich Staub abgesetzt. Er filtert nicht nur pflanzenverfügbares Licht heraus, das mit den kürzer werdenden Tagen immer wichtiger wird, sondern er bietet Kleinsttieren Halt auf den Scheiben, unter denen sich auch Schädlinge wie die Spinnmilbe befinden können. Eine besonders gründliche Methode ist das Abspritzen der Scheiben mit einem Druckstrahler. Regulieren Sie den Druck so, dass Lacke oder Dichtungen der Stützstreben nicht beschädigt werden können. Für die Scheibenreinigung von Hand bieten sich Putzgeräte mit Teleskop-Stiel an.

Korrekte Korrekturen:

Oft gerät die Pflanzenpflege während der langen Sommerferien etwas in Hintertreffen – und danach nimmt man sich auch oft noch andere Dinge vor, um das schöne Wetter bis zum Schluss auszukosten. Viele Kronen nutzen die Phase des Laissez-Fair, um einzelne Triebe in die Höhe schiessen zu lassen. Mit ihrem Rückschnitt wartet man nicht bis zum Wintereinbruch oder Frühjahrsanfang, sondern kappt sie jetzt auf ein Maß, dass der gewünschten Kronenform entspricht. Der Vorteil: da die Pflanzen noch aktiv sind, schließen sich die Schnittwunden rasch. Da die Düngung bereits eingestellt ist und das Gießen verringert wird (siehe oben), treiben die meisten Kronen in der Folge keine frischen Sprosse mehr, sondern lassen das vorhandene Gerüst ausreifen.
 

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